Warftendorf Niehove

Das Dorf auf einem Wohnhügel hat sich fast nicht verändert

Früher kam das Meer weiter landeinwärts. So etwas hält Groninger nicht auf. Wir bauten einfach Hügel für unsere Dörfer. Mit Dutzenden Warftendörfern eroberten wir kleine Stückchen Land vom Wasser. Die schlichte Kraft der Groninger Warftendörfer ist nirgendwo noch so stark zu spüren wie in Niehove. 

© Jan Enne Haack

Spinnennetz

Wenn Sie auf den schmalen Kirchenwegen von Niehove wandern, halten Sie es wahrscheinlich nicht für möglich, dass dieses kleine Dörfchen früher die Hauptstadt von Humsterland war. So, wie Sie hier zwischen den Häuschen aus rotem Backstein stehen, so war es hier auch schon vor Jahrhunderten. Die Kirche steht in der Mitte des Dorfes, oben auf der Warft. Von oben gesehen, ist Niehove eine Art Spinnennetz. Um die Kirche herum stehen, in zwei Kreisen gebaut, die Häuser des Dorfes, mit ihren Rückseiten auf die Felder hinaus. Von der Kirche aus verlaufen schmale Kirchenwege zum niedriger gelegenen Ringweg. Machen Sie einen Rundgang, um diese Straßenanordnung mit eigenen Füßen zu erlaufen.

Romanogotische Kirche

Die Kirche in der Mitte ist eine romanogotische Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Bis ins 16. Jahrhundert war sie das einzige Gebäude aus Stein im Dorf. Erst viel später bekam die Kirche Bänke. Bis zu dieser Zeit mussten die Kirchgänger stehen: Männer auf der Südseite und Frauen auf der Nordseite. In der Kirche befindet sich jetzt ein Besucherzentrum mit Informationen über das Dorf und über Humsterland. Der Friedhof von Niehove war lange Zeit durch eine kreisförmige Gracht von der Straße getrennt. Diese Gracht sollte dafür sorgen, dass die Geister auf dem Friedhof blieben und nicht durch das Dorf zogen.