Goldene Kornfelder, tiefblaues Wasser, grüne Wälder und ein Wachturm aus rotem Backstein: Die Region Oldambt im Südosten der niederländischen Provinz Groningen bietet nicht nur ein wunderschönes Farbenspiel, sondern auch unzählige Möglichkeiten, die Natur zu erleben, in die Geschichte einzutauchen und aktiv oder gemütlich Wasser und Landschaft zu genießen, gleich hinter der Grenze.
Natur und Landschaft
Uitkijktoren Reiderwolde
Orientieren Sie sich zunächst: Das geht am besten vom etwa sieben Meter hohen Wachturm in Reiderwolde, der hoch über dem gleichnamigen Naturschutzgebiet thront. Der Aufstieg wird mit einem Panoramablick auf die umliegenden Wälder, Felder, Seen und Dörfer wie Winschoten, Blauwestad und Beerta belohnt. In der Ferne leuchtet der Oldambtmeer. Besonders am frühen Morgen oder in der Abenddämmerung ist die Aussicht spektakulär, wenn das Licht die Landschaft in bezaubernde Farben taucht.
Mehr lesenVogelkijkhut De Kiekkaaste
Nur wenige Kilometer entfernt befindet sich ein weiterer besonderer Aussichtspunkt an der Küste des Dollarts: die vogelkijkhut De Kiekkaaste. Diese einzigartige Hütte liegt außerhalb des Deichs und bietet einen ungestörten Blick auf ein wunderschönes Naturschutzgebiet, in dem sich Ufervögel, Gänse und manchmal sogar Robben blicken lassen. Ein ruhiger Ort inmitten offener Landschaft, Wind und Wasser, der vor allem während des Vogelzugs im Frühjahr und Herbst viele Naturliebhaber anzieht. Vergessen Sie Ihr Fernglas nicht!
Mehr lesenGeschichte und Kulturerbe
Die Getreiderepublik
Jahrhundertelang war Oldambt als eine der wichtigsten landwirtschaftlichen Regionen der Niederlande bekannt - und wurde nicht selten als "Kornkammer Europas" bezeichnet. Die fruchtbaren Böden, das günstige Klima und die Nähe zu den internationalen Handelswegen durch Groningen machten den Getreideanbau im großen Stil äußerst erfolgreich. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert beherrschten riesige Bauernhöfe und Herrenhäuser die Landschaft, gebaut von wohlhabenden Bauern, die ihre Produkte weit über die Landesgrenzen hinaus verkauften. Diese Zeit hat nicht nur architektonische Spuren hinterlassen, sondern auch die sozialen Beziehungen in der Region geprägt. Die mächtige Stellung einiger weniger Großgrundbesitzer führte zu sozialen Spannungen, aus denen später politische und soziale Bewegungen hervorgingen. Heute erinnert die Geschichte der so genannten "Kanalrepublik" an eine Zeit, in der Landwirtschaft mehr als nur Lebensunterhalt bedeutete - sie war wirtschaftliche Macht, Identität und Konfliktquelle zugleich.
Mehr lesenMuseum Oldambt
Das Museum Oldambt, das in einem historischen Bauernhaus aus dem Jahr 1771 untergebracht ist, beleuchtet diese Geschichte und zeigt, wie sich eine landwirtschaftliche Region zu einer offenen Erholungslandschaft entwickelt hat.
Mehr lesenEntspannung auf und am Wasser
Oldambtmeer
Dort, wo einst gelbes Getreide wogte, lassen Wind und Wasser heute blaue Wellen tanzen: 2005 eröffnete Königin Beatrix offiziell den Oldambtmeer. Der künstlich angelegte See und seine Umgebung bilden ein attraktives Netz von Wander- und Radwegen, Stränden, kleinen Häfen und Wassersportmöglichkeiten. Erkunden Sie die Gegend mit dem Segel- oder Motorboot, dem Kanu oder dem Paddelboot. Und für eine wohlverdiente Pause bieten die Terrassen rund um das Oldambtmeer reichlich Gelegenheit zum Genießen.
Mehr lesenEssen und Trinken
Restaurants Oldambt
So verzaubert das Paviljoen Flonk in Blauwestad mit seiner schönen Lage am Wasser - ideal für ein köstliches Mittagessen, Abendessen, Kaffee und Kuchen oder einen gemütlichen Drink. Auch die Brasserie Old School, die in einem stimmungsvollen alten schoolgebouw aus dem 19. Jahrhundert untergebracht ist, bietet eine besondere Aussicht, sowohl innen als auch von der geräumigen Terrasse am Oldambtmeer. Und für einen Panoramablick über das Wasser gibt es das gemütliche und kinderfreundliche Restaurant Blauwestad.
Mehr lesenTauchen Sie tiefer in die Region ein
Museen
Wer noch tiefer in die Geschichte der Region eintauchen möchte, kann das Museum Slag bij Heiligerlee besuchen, das an den Beginn des Achtzigjährigen Krieges gegen Spanien erinnert und zeigt, wie tief historische Ereignisse in dieser Region verankert sind.
Gegenüber dem Museum erzählt das Glockengießermuseum die Geschichte der Kunst des Glockengießens - ein altes Handwerk, das eng mit der Kirche und dem öffentlichen Leben verbunden war.